„SCHWIMM DOCH MAL GEGEN DEN STROM“

Was treibt dich an, Maren? Ja, gute Frage. Meine Beine – mein Gewissen, meine Ziele? Ich weiß es manchmal selbst nicht. Früher hat mich diese Frage fast täglich beschäftigt. Heute nur noch ab und zu. Was wäre, wenn ich alles anders gemacht hätte und einfach ein ganz „durchschnittliches“ Mädchen sein würde? Sicherlich wäre einiges einfacher gewesen. „Maren, du schwimmst einfach oft gegen den Strom“ – sagte meine Mama ständig. Schwimme ich auch und zwar jeden Tag. Ich hatte immer viele Hobbies und Interessen und wollte immer schon alles auf einmal und sofort: Klavier, Tennis, Malen, Leichtathletik – jeden Tag hatte ich einen anderen Termin und habe oft dann spät abends meine Hausaufgaben gemacht. Normal mit 13? Nein. Ich wurde älter und meine Ziele verfestigten sich. Bei der Leichathletik hatte ich allmählich Blut geleckt und wollte besser und besser werden. Jede Zehntel die ich schneller wurde (Überlegt mal, das ist grade mal ein Händeklatschen) trieb mich an weiter zu machen und jede neue Saisonvorbereitung zu bestreiten. Dieser Ehrgeiz übertrug sich dann auf meine schulische Laufbahn: Okay eine zwei ist gut. Aber warum keine eins? Und so lernte und büffelte ich weiter bis ich die Note erreicht habe, mit der ich (oft annähernd) zufrieden war. Zufriedenheit ist auch die Eigenschaft die ich leider kaum besitze um ehrlich mit euch zu sein. Ja, okay. Ist schön. Könnte aber besser sein.

 

Ich muss von meinem sozialen Umfeld regelmäßig daran erinnert werden, dass ich viele Sachen bereits auf einem hohen Niveau mache und mal stolz auf mich sein sollte. Leider besitze ich nicht nur die Eigenschaft ständiger Unzufriedenheit sondern auch das Talent konstanter und unüberwindbarer Sturheit. (Nein, das wird hier keine Hasspredigt an mich selbst sondern lediglich ein Versuch euch zu erklären, warum ich tagtäglich quasi maschinell funkioniere und alles nach Plan erledige). Dennoch muss ich sagen, dass ich dank meine strukturierten Jugend/Kindheit eins gelernt habe: Meinen Spaß an Bewegung zu entwickeln und mir Ziele zu setzen, die machbar sind. Ich liebe das Laufen. Ich liebe es mal ganz für mich zu sein und nur im Einklang mit Spotify, meinen Schritten und Atemzügen zu sein. DAS ist für mich Entspannung (zumindest mental). Dort kommen mir die besten Ideen, die mich antreiben und mich zum Schreiben motivieren. Es kommen dabei Erinnerungen hoch – gute und schlechte – die mich dann wieder pushen und schneller werden lassen. Kichernde und und lästernde Mädchen, das Gefühl eine Außenseiterin zu sein und mich „bewusst“ ins Abseits zu begeben.

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Nur weil Instagram zwei blaue Augen anzeigt, die in die Frontkamera blinzeln, heißt es nicht, dass ich dieses Mädchen immer bin. Oft versinke ich in Selbstzweifel, weine, bin wütend und enttäuscht. Ich will euch nur zeigen, dass diese gefilterte Welt manchmal täuscht und einen zutiefst deprimieren und runterziehen kann. Dafür will ich euch natürlich etwas beschützen und euch hiermit darum bitten, hinter den „Selfies“ und „Bodyupdate“-Fotos eine Person zu sehen, die nicht immer „dedicated“ und fokussiert durchs leben geht, sondern auch NUR ein 20 jähriges Mädchen ist, das machmal sehr mit sich zu kämpfen hat und schwer aus dem Trott kommt.

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Dennoch seid es zum Teil IHR geworden, die mich motivieren – Eure Snaps, Nachrichten, Mails – wahnsinn. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein mal dort stehe wo ich heute bin. Ich bin glücklich mit jeder meiner Entscheidungen, egal wie sehr ich manchmal unter ihnen gelitten habe und gespannt auf das was da alles noch auf mich zukommt. Denkt dran: Zu jedem Fortschritt gehört ein Rückschritt. Manchmal auch zwei.

xx Maren

Comments

  1. Schöner Beitrag. Mein eigener Ehrgeiz und der Anspruch an mich selbst, stehen mir auch oft in Weg und ich sehe Probleme, die keine Probleme sind.
    Wir können stolz auf und sein und sollten daran so oft es geht denken 🙂
    Alles Liebe

  2. Hey Maren , ich finde es super , dass du so offen darüber sprichst wie es dir geht und damit bist du nicht allein . Selbstzweifel ziehen einen manchmal runter, aber glaub mir, du bist ein wunderhübsches Mädchen mit so viel Disziplin und du wirst von sehr vielen Leuten ( wir mir ) für das bewundert und geachtet was du tust ! Zieh dein Ding durch , egal wie viele blöde Leute dich versuchen unterzukriegen . Die sind nur neidisch , glaub mir ! 😉
    Kuss Sissi

    • Wie lieb von dir! Ja, es hat mich etwas Überwindung gekostet so offen darüber zu reden. Danke für deinen tollen Kommentar 🙂

  3. Ich war grad total gefesselt von deinem Beitrag, weil ich mich in vielen Punkten mit dir identifizieren kann 🙂
    Mach auf jeden Fall weiter mit dem was dich glücklich macht und ich würde mich freuen noch mehr von deinem trainings Alltag, Ernährung und allem zu lesen !

  4. Liebe Maren,
    ein ganz ganz grosses Kompliment von meiner Seite. Das was du hier in diesem Post mit uns allen/der ganzen Welt teilst, das ist etwas ganz privates, denke ich, und braucht auch eine menge Mut, es in dieser Form zu veröffentlichen. Ich finde es wahnsinnig toll, dass du auch sowas von dir preis gibst. Als ich den Post gelesen habe, sind mir so viele Gedanken durch denk Kopf gegangen und es hat mir wirklich geholfen auch einmal zu sehen, dass man nicht alleine ist mit den ein oder anderen Zweifeln/Rückschritten und und und…Herzlichen Dank!!

  5. Es ist echt irgendwie schön zu lesen wie du auch Dinge zugibt, die nicht nur FriedeFreudeEierkuchen sind und der Text hat mich wirklich zum nachdenken gebracht, Danke dafür (:

  6. Hi maren!
    finde diesen blogpost super und bemerkenswert, dass du über deine schwächen schreibst!

    Grosses bravo!
    XO jenny

  7. Hey Maren, vielen Dank für deinen super Artikel! Du bist eine echt liebenswerte Person, mit deinen snaps motivierst du mich in den Tag positiv zu starten. Mach weiter so! ich drücke dir die Daumen, dass du alles schaffst wie du es dir vorstellst.

  8. Hey Maren
    Sehr schöner Text, den du da geschrieben hast. Unglaublich, wie du deine Meinung zu sozialen Medien, bzw. dem Posten von Selfies äußerst. Immerhin gehört bestimmt ein großer Teil deiner Follower zu den Personen, die gerade diese Worte nicht hören wollen. Ich denke, dass jeder, der sich bewusst auf einem hören Level befindet oder dort befinden möchte hat ab und zu mit sich zu kämpfen. Das ist ja der Grund, warum viele nicht wachsen möchten, denn mit jedem Schritt vergrößert sich auch die Chance hinzufallen und zu versagen. Wenn es leicht wäre, würde es jeder machen. Doch wir wissen, warum wir es tun: „Champions im Leben strengen sich heute an, damit es später leichter wird; während es sich der Rest so einfach wie möglich macht und deshalb ist ihr Leben so anstrengend.“ Wenn normal sein bedeutet, morgens verschlafen und motivationslos aufzustehen, einer Arbeit nachzugehen, die einem keinen Spaß macht oder sein Leben mit Ausreden zu füllen, dann sind wir eben lieber nicht normal. „Normalität“ wird als etwas Positives angesehen, weil die meisten Menschen dieser Meinung sind (und genau dies ist wieder die Definition von „normal“, das was die meisten Menschen als das Richtige ansehen). Während wir nach der Meinung anderer unglücklich sein müssten und unser Leben nicht genießen würden, entspricht unser Gefühl meist genau dem Gegenteil (Schein und Sein stimmen nicht überein). Manche Tage sind schwerer andere sind angenehmer und selbst wenn wir an unsere Grenzen stoßen, schlussendlich schauen wir doch oft mit einem Lächeln auf die Situation zurück, ist doch so oder?
    Ich glaube nicht, dass wir nie zufrieden sind oder nie auf uns Stolz sind, wir schaffen es lediglich Freude an den erreichten Zwischenzielen zu haben, ohne den Tatendrang und den Wille zu verlieren (schlussendlich versuchst du mit diesen Worten doch nur diejenigen zu besänftigen, die dich ohnehin schon nicht verstehen).
    Wir mögen vielleicht Aussenseiter sein, doch wir wissen genau, warum und wohin unser Weg gehen soll. Die Geschichte zeigt uns, dass genau solche Menschen dafür verantwortlich sind, dass die, neutral gemeint, normalen Menschen heute ihr Leben leben können, wie sie es tun, mit Radio, Fernseher, Smartphone, Transportmittel, etc.
    Was bringt es so zu sein wie jeder andere auch. Als Unikat geboren zu werden um als Kopie zu sterben. Irgendwann wird der Punkt kommen, an dem uns jemand die Frage stellt: „Und, wie war dein Leben?“, und wir antworten „Huh, welches Leben, ich war total abgelenkt?!“ Nein, das wollen wir nicht. Wir wollen berichten von unseren Erlebnissen, unseren Erfolgen, aber dazu gehören auch unsere Misserfolge. Laut einem Buch ist der meist gesagte Satz von Leuten die auf dem Sterbebett liegen: „Ich wünschte ich hätte den Mut gehabt mein eigenes Leben zu leben“. Mut bedeutet nicht nie Angst zu haben, sondern die Angst zu spüren und trotzdem zu handeln.
    Ich denke, dass wir nicht glücklich sein können ohne erfolgreich zu sein und nicht erfolgreich sind ohne glücklich zu sein. Was bringt es uns am Wochenende glücklich zu sein, wenn wir die ganze Woche über unglücklich sind. „Erfolg ist die kontinuierliche Verwirklichung eines dir würdigen Ziels oder Ideals.“ Und wenn wir wissen, was unser würdig ist, dann macht es auch Spaß sich auf diesen Weg zu begeben und nach dem Ziel zu streben.
    Wenn du hier her gelesen hast, dann danke ich dir vielmals.
    Bleib dir treu, deinen Zielen, deinem Style, deinem Leben.
    Liebe Grüsse Frank

  9. Sehr schöner Text Maren! Ich denke der Text wird vielen Mädchen die Augen öffnen, dass nicht alles so perfekt scheint, wie es meist auf Instagram und co zu vermuten ist. Und falls es eine Motivation ist: Du hast mir mit diesem Blogeintrag wahnsinnig Motivation gegeben. Weiter kämpfen & nicht aufgeben, jeder geht mal durch eine schlechte Zeit!
    xoxo Michelle

  10. Wow… Der Artikel ist wirklich gelungen und macht mich sprachlos. Auch wenn ich dich (leider) nicht persönlich kenne – ich mag dich und das, was du tust. Mach weiter so!

  11. Hey Maren
    Ich finde es sehr gut dass du so offen darüber redest und deinen Follower damit auch zeigst dass du trotzdem noch so bist wieder jeder andere auch, nur dass du schon einfach viel mehr geleistet hast und es nun auch sehr verdient hast so viel erreicht zu haben.
    Ich verfolge deine Posts schon eine ganze Weile und trotz deiner Offenbarung was du manchmal auch für Zweifel oder Probleme hast, bist du für mich trotzdem ein großes Vorbild und ich denke für viele weitere auch 🙂
    Danke dafür, und mach weiter so !
    xo Amy

  12. Ich verfolge dich noch nicht so lange, aber deine positive und liebenswerte Art hat mich sofort gepackt! Für mich steht im Mai mein erster Halbmarathon an und deine Posts/Bilder motivieren mich sehr im Training! Mach weiter so! <3 Liebe Grüße, Lena

  13. Liebe Maren, auch ich konnte mich mit vielen Aspekten deines Posts identifizieren – und auch wenn es das Selbstverständlichste überhaupt und völlig human ist, ist es dennoch beruhigend zu hören, dass „selbst“ die ehrgeizigsten und diszipliniertesten Menschen mal einen Durchhänger haben bzw. Tage, an denen es mal nicht ganz perfekt läuft. Ich finde es toll, dass du so ehrlich bist und offen darüber sprichst – das kann definitiv nicht jeder. Dein Schreibstil gefällt mir übrigens auch sehr, ich würde mich freuen, wenn weitere Posts dieser Art folgen würden! Ganz liebe Grüße <3

  14. Hallo Maren,
    Ich muss sagen ich bin ein großer Fan von dir! Ich gucke mir deine Snaps gerne an, weil du, nicht wie andere „Fitness-Leute“, noch sehr real bist. Ich fühle mich als ob ich dich persönlich kennen würde. Du motivierst mich. Und gibst mir nicht das Gefühl, dass ich das jetzt machen muss, weil kein Sport zu machen schlecht wäre, sondern weil Sport machen, Spaß bereitet. Ich selber war früher depressiv und war auch in einer Klinik deswegen. Ich hatte viele Gespräche mit Psychologen. Zu der Depression kam auch ein gestörtes Essverhalten. Und mir selber wurde oft in der Schule gesagt „wie kannst du immer so gut gelaunt sein“ viele kennen nur die glückliche. Ich selber habe so oft Tiefs und motivier mich da selbst wieder raus und vor allem durch Sport! Ind durch dich!
    Ich laufe seit gut 4 Jahren und mittlerweile mache ich seit über 6 Monaten täglich Sport. Ich gehe zum Boxen, was mich persönlich gut auspowert und runterbringt und vor allem Selbstbewusstsein gibt! Ich möchte dieses Jahr auch meinen ersten halbmarathon laufen und hoffe dass es klappt, genauso wie ich hoff, dass du deinen auch gut läufst.
    Alles erdenklich gute für dich!!!

  15. Es ist echt Wahnsinn wie toll und natürlich du bist du gibst mir echt immer neue Motivation und deine Beiträge sind immer super! mit diesem Eintrag hast du mir aus der Seele gesprochen und jedes Mal wenn ich deine Snaps anschaue geht’s mir danach gleich besser! Vielen Dank und mach weiter so!!<3

  16. Hallo liebe Maren!
    Danke für deine tollen Worte. An dieser Stelle möchte ich dir gerne sagen, dass du für mich ein absolutes Supergirl bist!
    Trotz des ganzen „Ruhm“ auf Instagram und Co, wirkt es auf mich so, dass du dennoch auf dem Boden geblieben bist. Du nimmst dir so viel Zeit für alle anderen und hast gleichzeitig für dich selbst immer das Ziel, die beste zu sein.
    Das ist sicherlich nicht immer einfach, aber mit so viel Energie, die du versprühst, schaffst du alles 🙂
    Vor allem deinen bevorstehenden Halbmarathon! YOU CAN DO IT! 😉
    Viele liebe Grüße,
    Katja

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