VON AUßEN SIEHT ALLES SO LEICHT AUS

Hin und her schwingen die Haare, ein gleichmäßiger Atem, ein monotones Tempo. Wenn man mich oder andere Läufer von „außen“ beobachtet, sieht man oft nicht welche unterschiedlichen Phasen und inneren Konflikte man während des Runs durchlebt. Vor allem die letzten 3 Wochen hatte ich wirklich einen ernsthaftes Problem damit. „Kopfkrieg“ passt ganz gut. Hör ich auf? Nein. Rechts: 10 km, Links 16. Abbiegen oder nicht? Ich muss. Berlin wartet. Nein, Maren du musst nicht – tu nichts was dir nicht gut tut. Sport muss Spaß machen. Aber auch weh tun? Ja was denn nun?

Ich muss sagen, dass erst das Telefonat mit Europameister Jan Fischen mir etwas die Augen geöffnet hat. Kennt ihr das, wenn Familie und Freunde ständig auf einen einreden (sie auch Recht haben aber ihr nicht hören wollt)? Das wird schon. Du bist fit. Hast Zeit. Ja, was nützt mir das wenn es nicht besser wird?

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Erst Jan, der mir meinen Trainingsplan für den Halbmarathon erstellt, konnte mir wieder Mut machen. „Wusstest du, dass meine ganzen Rekordläufe immer die schlimmsten überhaupt waren?“ Wie? So ein Superstar schwächelt? Ja! Er erzählte mir, dass er besonders bei den schnellsten Rennen nahezu jeden Kilometer überlegte komplett auszusteigen, weil er sich so eine großen Druck gemacht hat. Okay, Maren – daran kann’s liegen. Auch ihr habt mir bei Snapchat, Instagram oder auch per Mail immer Mut gemacht und gesagt, dass ich mich nicht so sehr unter Druck setzen soll. Durchatmen, weitermachen.

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Wichtig ist es, den Lauf wortwörtlich abzuharken. Es gibt gute Tage und gute Läufe und andersherum. Diese zwei schlimmen Wochen müssen nicht bedeuten, dass der restliche Plan auch schlecht verläuft. Also: Feuer. Sonntag nahm ich mir Zeit für einen lockeren Dauerlauf. Komisch, dass immer wenn ich so einen Lauf plane, die besten und längsten Läufe bei rum kommen. Die ersten zwei Kilometer waren zwar furchtbar langsam aber es steigerte sich. Am Ende hatte ich einen durchschnittlichen Pace von 5:30 km/min – Völlig okay. Den konnte ich die ganzen 18 km halten. Das tat so gut. Beim Laufen musste ich regelmäßig grinsen und fühlte mich so frei wie noch nie. Der Atem pendelt sich ein, die Musik läuft – perfekt. Ich war natürlich total platt als ich Zuhause ankam. 18 km sind nun mal 18 km. Aber dieses „Statement“ tat mir und meinem Selbstvertrauen enorm gut und es hat mir neuen Mut gegeben. Leider war der Wind etwas zu kalt und meine Erkältung noch nicht 100% abgeklungen, sodass ich am nächsten Tag wieder den kompletten Kopf zu sitzen hatte. Super. Zumindest weiß ich jetzt, dass da noch was geht und jetzt noch knapp 4 Wochen Zeit bis Berlin sind. Ich pack das und ihr auch. Versprochen!

 

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Das ist übrigens Eva, die mit mir zusammen die Km für Rio sammelt. Wir verstehen uns super und freuen uns auf die nächsten Wochen. 🙂

One thought on “VON AUßEN SIEHT ALLES SO LEICHT AUS

  1. So so so ein motivierender Post – genau was ich brauchte. Denn: weniger als 2 Wochen bis zum Halbmarathon! Hilfe! Und ich bin bisher keine 18km gelaufen…

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